17. Juli 2026
Berlin – „Die dritte Afrikareise des Außenministers innerhalb von sieben Monaten ist ein wichtiges und richtiges Signal. Politische Präsenz allein reicht jedoch nicht: Entscheidend ist, ob daraus Investitionen, Aufträge und Arbeitsplätze entstehen“, erklärt Claudia Voß, Hauptgeschäftsführerin des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft.
„Die deutsche Wirtschaft ist bereit, langfristig zu investieren, lokale Wertschöpfung aufzubauen und Beschäftigung zu schaffen. Dafür braucht sie wettbewerbsfähige Finanzierungsangebote und eine Außenwirtschaftspolitik, die große Vorhaben konsequent bis zur Umsetzung begleitet. Präsenz schafft Vertrauen, konkrete Projekte schaffen Perspektiven für Deutschland und seine afrikanischen Partner“, so Voß.
Mauretanien gewinnt dank seiner Rohstoffe und hervorragenden Bedingungen für Wind- und Solarenergie als strategischer Partner Deutschlands an Bedeutung. Eine Analyse der IRENA verdeutlicht die Größenordnung: Würde lediglich ein Prozent der geeigneten Flächen genutzt, entspräche das Solarpotenzial fast dem Vierfachen der gesamten in Deutschland installierten Photovoltaikleistung. Das Windpotenzial läge bei etwa zwei Dritteln der deutschen Windkraftleistung an Land. Das wachsende Interesse der deutschen Wirtschaft zeigte sich bereits Anfang des Jahres bei einer gemeinsamen Delegationsreise von Ghorfa und Afrika-Verein mit mehr als 20 Unternehmen.
Nigeria ist mit rund 238 Millionen Einwohnern Afrikas bevölkerungsreichstes Land und ein zentraler Zukunftsmarkt für Deutschland. Zugleich haben nur knapp 63 Prozent der Bevölkerung Zugang zu Elektrizität. Die Presidential Power Initiative zeigt, welche Wirkung deutsch-nigerianische Leuchtturmprojekte entfalten können. Damit daraus tragfähige Investitionen werden, braucht es verlässliche Finanzierung, wirksame Risikoabsicherung und politische Flankierung.
Südafrika bleibt der wichtigste Produktions- und Investitionsstandort deutscher Unternehmen in Afrika. Rund 600 deutsche Firmen beschäftigen dort mehr als 100.000 Menschen direkt und schaffen etwa ebenso viele indirekte Arbeitsplätze. Langjährige Engagements, etwa in der Automobilindustrie, stehen für tiefe industrielle Verflechtungen. Die Bundesregierung sollte dieses Engagement stärker unterstützen, Förderinstrumente besser bündeln und deutsche Unternehmen im internationalen Wettbewerb verlässlicher begleiten.
Hintergrund: Außenminister Dr. Johann Wadephul reist am Montag nach Mauretanien, Nigeria und Südafrika. Begleitet wird er erneut von einer Wirtschaftsdelegation, der auch Mitgliedsunternehmen des Afrika-Verein und AV-Präsidentin Sabine Dall’Omo angehören.
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