Afrika-Verein zum 11-Punkte-Plan des BMZ und BMWE: Aus dem Vorhaben müssen jetzt Projekte, Finanzierung und Aufträge werden

10. Juli 2026

Berlin – „Der 11-Punkte-Plan sendet das richtige Signal. Doch Signale bauen noch keine Infrastruktur, finanzieren keine Projekte und gewinnen keine Ausschreibungen. Afrika wartet nicht auf deutsche Verfahren: Am Ende zählen Tempo, Finanzierung und konkrete Aufträge“, sagt Claudia Voß, Hauptgeschäftsführerin des Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft, anlässlich des Dialogforums von BMZ und BMWE zur stärkeren Beteiligung deutscher Unternehmen an Projektvergaben in der Finanziellen Zusammenarbeit. 

Der Afrika-Verein begrüßt, dass BMZ und BMWE Entwicklungszusammenarbeit und Außenwirtschaftsförderung enger zusammenführen wollen. Der Plan setzt wichtige Signale: Unternehmen sollen früher eingebunden, Ausschreibungen attraktiver und Qualitäts- sowie Nachhaltigkeitskriterien stärker berücksichtigt werden. Auch europäische Konsortien, Early Contractor Involvement und ein regelmäßiges Monitoring können helfen, deutsche und europäische Stärken sichtbarer zu machen. Das ist wichtig, denn Afrika ist kein Randthema der Entwicklungspolitik, sondern Partner Europas für Wachstum, Industrie, Energie, Rohstoffe und Infrastruktur. 

„Der Engpass ist nicht fehlendes Interesse deutscher Unternehmen. Der Engpass sind Finanzierung, Risikoabsicherung, Projektentwicklung und politische Flankierung“, so Voß. Genau hier bleibt der Plan noch zu vorsichtig. Aus Dialog darf keine Dauerprüfung werden. Deutsche Unternehmen brauchen bankfähige Projekte, mittelstandstaugliche Vergaben und Finanzierungsinstrumente, die reale Risiken abfedern, statt Chancen durch überhöhte Risikoperzeption zu blockieren. 

Der Afrika-Verein fordert deshalb eine sichtbare Afrika-Pipeline mit klaren Länder- und Sektor-Schwerpunkten. Finanzielle Zusammenarbeit, Exportkredit- und Investitionsgarantien, Blended Finance und Small-Ticket-Finanzierung müssen besser ineinandergreifen. Wirtschaftsverbände und Unternehmen sollten früher und verbindlicher einbezogen werden. Das Monitoring muss zeigen, welche Projekte entstehen, welches Volumen bewegt wird und wie stark deutsche Unternehmen, Mittelstand und lokale Wertschöpfung tatsächlich profitieren. 

Der im Januar vorgestellte BMZ-Reformplan sowie die Wirtschaftstage anlässlich der Regierungskonsultationen mit Partnern wie Ghana, Sambia, Nigeria, Senegal und Kenia setzen richtige Akzente. Jetzt muss daraus operative Schlagkraft entstehen. „Afrika will Partner, Kapital, Technologie und Wertschöpfung. Deutschland sollte nicht länger vor allem Risiken sehen, sondern Chancen finanzierbar machen“, sagt Voß. 

Pressekontakt: 
Martin Rambach
rambach@afrikaverein.de

+49 170 3711310 

Afrika-Verein zum 11-Punkte-Plan des BMZ und BMWE: Aus dem Vorhaben müssen jetzt Projekte, Finanzierung und Aufträge werden
FAZ: „Afrika ist nicht pauschal Hochrisikoraum“
Pressemitteilung: Treffen von Merz; Yousssouf ist ein wichtiges Signal!
Pressemitteilung: Führungswechsel beim Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft (AV) – Strategische Neuausrichtung angesichts veränderter Marktbedingungen
Press release: Invest.EastAfrica! – Business and Investment Forum concluded with five new business partnerships to boost economic ties between Germany and East Africa