Ein Jahr BMZ-Aktionsplan: Jetzt müssen aus guten Ansätzen konkrete Investitionen werden

12. Oktober 2026

Berlin – „Ein Aktionsplan ist noch kein Auftragseingang. Entscheidend ist, ob aus politischen Zusagen finanzierte Projekte, Investitionen und Arbeitsplätze entstehen“, erklärt Claudia Voß, Hauptgeschäftsführerin des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft.

Vor einem Jahr stellte das BMZ seinen Aktionsplan „Starke Partnerschaften für eine erfolgreiche Wirtschaft weltweit“ vor. Seither wurden neun Fokusländer ausgewählt, darunter vier afrikanische Staaten, der Wirtschaftsdialog intensiviert und mit dem 11-Punkte-Plan zur Vergabepraxis (gemeinsam mit dem BMWE) sowie neuen Finanzierungsinstrumenten wie TradeConnect und SCALED wichtige Schritte eingeleitet.
 
Der Afrika-Verein begrüßt diese stärkere Verzahnung von Entwicklungszusammenarbeit und Außenwirtschaftsförderung. Sie trägt der Erkenntnis Rechnung, dass privatwirtschaftliche Investitionen für nachhaltiges Wachstum und Beschäftigung unverzichtbar sind.
 
Entscheidend bleibt jedoch die Umsetzung. Noch fehlen belastbare Ergebnisse zu zusätzlichen Investitionen und Aufträgen. Gerade in Afrika sind unzureichende Projektvorbereitung, hohe Finanzierungskosten und fehlende Risikoabsicherung zentrale Investitionshemmnisse. Hier braucht es eine konkrete Projektpipeline, mittelstandsgerechte Finanzierungsangebote und eine bessere Abstimmung von Entwicklungsfinanzierung, Exportkreditgarantien und europäischen Instrumenten.
 
„Wir brauchen keine weiteren Förderkulissen, sondern finanzierbare Projekte. Und wir müssen aufhören, Afrika vor allem als Risiko zu betrachten, statt wirtschaftliche Chancen möglich zu machen“, so Voß.
 
Dabei müssen deutsche Wirtschaftsinteressen und afrikanische Entwicklungsziele Hand in Hand gehen. Lokale Wertschöpfung, Technologietransfer und qualifizierte Beschäftigung sind ebenso wichtige Erfolgsmaßstäbe wie Aufträge für deutsche Unternehmen.
 
„Der Erfolg des Aktionsplans wird sich nicht an neuen Strukturen messen lassen, sondern daran, ob wir gemeinsam mit unseren afrikanischen Partnern mehr wirtschaftliche Zukunft schaffen“, betont Voß.
 

Pressekontakt: 
Martin Rambach
rambach@afrikaverein.de

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